Projekte


Taiwan Tour

12. Juli - 18. Juli 2019

 

Programm:

 

Domenico Melchiorre (*1982)

Niyama

for four Percussion Soloists and Traditional Chinese Orchestra (world premiere)

 

Kuan Nai-Chung (*1939)

The Sun, from the Age of Dragon

Percussion Concerto for Eastern/Western Percussion Soloists & Traditional Chinese Orchestra

 


Incircles

Münsterplatz Basel

Freitag 13. September 2019, im Rahmen des 1‘000-jährigen Münsterjubiläums

18:00 Uhr

 

 

Programm:

Domenico Melchiorre (*1982)
Incircles für 6 Schlagzeuger (ca. 25 Minuten) Uraufführung

Iannis Xenakis (1922-2001)
Persephassa for six percussionists (1969) (ca. 30 Minuten)

 

Mitwirkende:

DeciBells, Schlagzeug-Studierende der Hochschule für Musik Basel

 

 

Iannis Xenakis gehört nicht nur zu den herausragenden Komponisten des 20. Jahrhunderts, die mit ihren innovativen Ideen die weitere Entwicklung der Musik geprägt haben. Er war ebenso ein innovativer Architekt. Mit Leidenschaft hat er beide Bereiche zusammengedacht. Der Raum war für ihn ein weiterer musikalischer Parameter, den es für jedes Stück neu zu bestimmen galt.

Das Schlagzeugstück Persephassa hat Xenakis nicht für ein übliches Konzertsetting geschrieben. Die Schlagzeuger sind hier in einem Hexagon um das Publikum herum aufgestellt. Die Musik ist geprägt von räumlichen Effekten, scheint sich im Kreis zu drehen und von allen Seiten zu kommen.

Bereits 2017 haben wir mit dem Ensemble DeciBells ein grosses Schlagzeugwerk von Xenakis aufgeführt. Damals wurden spezielle Instrumente, deren Benutzung Xenakis vorschreibt, von der Firma LUNASON nachgebaut. Mit dem vorliegenden Projekt möchten wir nun einen Schritt weitergehen und dem Werk von Xenakis eine eigene Komposition mit dem Titel Incircles gegenüberstellen.

Der Münsterplatz ist dafür der ideale Ort und die Verbindung mit dem 1‘000-jährigen Münsterjubiläum eine schöne Gelegenheit. Beide Stücke haben eine archaische, zum Teil ritualartige Klangästhetik, die kraftvoll und raffiniert zugleich ist und eine würdevolle Atmosphäre für dieses geschichtsträchtige Jubiläum bieten.

 

Zu Persephassa von Iannis Xenakis


 

Der Raum spielt in Persephassa eine äusserst prominente Rolle. Es ist nicht nur das erste rein rhythmisch geprägte Werk des griechischen Komponisten, sondern zugleich einer seiner ersten Vorstösse in die Thematik der klanglichen Bewegung im Raum in Bezug auf das Phänomen Zeit. Während das Publikum in der konventionellen Konzertanordnung von jeder Position im Raum einen unterschiedlichen Höreindruck gewinnt, sucht Xenakis diesen hier zu vereinheitlichen: Er positioniert das Publikum in die Mitte der hexagonal angeordneten Perkussionssets und somit in die Mitte des klanglichen Spannungsfeldes. Die Nähe des Hörers zu den Instrumenten und die grosse Entfernung zwischen den einzelnen Instrumenten führen zu einer offenbarenden klanglichen Transparenz. Es entsteht „Raum“ zwischen Tonfrequenzen wie zwischen rhythmischen Überlagerungen, sodass mit der Klangbewegung der gesamte Raum akustisch erfassbar wird.
 Deutlich und konkret wird die Nutzung der räumlichen Effekte in Akzenten und imitierenden Rhythmen, die innerhalb des Ensembles weitergegeben werden und so durch den Kreis wandern. Die Schlagzeuger setzen äusserst vielfältige Instrumente und Effekte ein, darunter Sirenen, Maracas und Kiesel neben einem ganzen Arsenal von Trommeln, Wood Blocks, Becken und Gongs. 
Bei der Aufführung werden zusätzlich sechs Schlagzeug-Studierende der Hochschule für Musik Basel mitwirken, um die räumlichen Effekte noch stärker herauszuarbeiten.

 

Zur Uraufführung Incircles

Domenico Melchiorre schreibt mit Incircles ein Werk für sechs Schlagzeuger, in dem eine neuartige perkussive Klangwelt entsteht. Die Musikinstrumente, die in dieser Komposition verwendet werden, stammen zu einem Grossteil aus dem neuartigen Schlagwerkinstrumentarium der Firma LUNASON (www.lunason.com), das von Domenico Melchiorre und seinem Team entwickelt wird.
Das einzigartige dieser Instrumente sind ihre reichen Obertonspektren. Das bedeutet, dass sich die Klänge aus einer Vielzahl einzelner Töne zusammensetzen. Sie bilden irisierende Klangwolken, die sich beim Zuhören stetig verändern. So entsteht der Eindruck von skulpturalen Klängen, die sich räumlich ausbreiten.
 Selbst professionelle Musiker nehmen die Klänge der Lunason-Instrumente teilweise als elektronisch gefiltert wahr, dabei werden sie rein akustisch und instrumental erzeugt.
 Die klangliche Spektralisierung der traditionellen Klänge durch die interferierenden Frequenzen der neuen Instrumente führt zu interessanten und futuristischen Mischklängen. Im Konzert wird so ein Kontrast zu Persephassa von Xenakis entstehen, bei dem die Zuhörer von den Klängen umrundet werden. Bei Incircles steigen die Klänge hingegen aus der Mitte auf.